Tradiens Research · Datenessay · Futures
Wenn alle Spekulanten in dieselbe Richtung wetten
Erreicht die Wette der Spekulanten auf steigende oder fallende Preise einen Rekord, liegt es nahe, eine Wende des Preises zu erwarten. Der Ölmarkt des Jahres 2018 zeigt, was ein solcher Rekord misst und was nicht.
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Öl, Februar 2018
Im Februar 2018 war die Nettowette der Spekulanten auf steigende Ölpreise die größte seit 1986, gezählt in Kontrakten.
Jeden Freitag veröffentlicht die amerikanische Terminmarktaufsicht, die Commodity Futures Trading Commission (CFTC), einen Bericht namens Commitments of Traders. Er zeigt, wie viele Kontrakte jede Gruppe von Marktteilnehmern am Dienstag zuvor hielt. Ein Rohöl-Future ist ein Terminkontrakt, also die Vereinbarung, 1.000 Barrel zu einem späteren Zeitpunkt zu einem heute festgelegten Preis zu kaufen oder zu verkaufen. Wer einen solchen Kontrakt als Käufer hält, wettet auf steigende Preise, und wer ihn als Verkäufer hält, wettet auf fallende. Die Nettowette einer Gruppe, im Bericht Nettoposition genannt, ist die Zahl ihrer Wetten auf steigende Preise abzüglich ihrer Wetten auf fallende; sie zeigt also, bei welcher Preisbewegung die Gruppe gewinnt.
Die Gruppe, die der Bericht als „nicht kommerziell“ (non-commercial) führt, heißt hier Spekulanten: große Marktteilnehmer wie Investmentfonds, die Öl-Futures nicht dazu nutzen, ein Geschäft gegen Preisschwankungen abzusichern. Am 6. Februar 2018 übertrafen die Wetten der Spekulanten auf steigende Preise für West Texas Intermediate (WTI), die amerikanische Referenzsorte für Rohöl, ihre Wetten auf fallende Preise um 739.097 Kontrakte. Das war der Rekord, wenn man nur Futures zählt: die größte Wette dieser Art in der Datenreihe, die die CFTC online veröffentlicht und die 1986 beginnt. Erreicht wurde er nach Wochen, in denen die Wette einen Höchststand nach dem anderen markiert hatte, und in einem Markt, der weit größer war als 1986.
Bis zum Tag des Rekords war der Ölpreis seit seinem Tief im Juni 2017 gestiegen. Diese Reihenfolge fand eine 2004 veröffentlichte Studie zu Energie-Futures, Woche für Woche gemessen: „Positive Renditen führen in der folgenden Woche zu einem Anstieg der Nettopositionen der Nichtkommerziellen“, also der Nettowette der Spekulanten. Ein Rekord der Wette auf steigende Preise spiegelt deshalb zunächst einen Anstieg wider, der schon stattgefunden hat.
Trotzdem liegt es nahe, einen solchen Rekord als Zeichen zu lesen, dass der Preis nahe seinem Gipfel steht, denn die Wette sieht aus, als hätten schon alle gekauft. Aus dieser Lesart folgt eine einfache Regel: verkaufen, sobald die Wette einen Rekord erreicht.
Für die Regel sprachen die beiden vorangegangenen Rekorde: Im Juni 2014 und im Februar 2017 lagen sie jeweils nur wenige Tage von einem Hoch des Preises entfernt. Die fünf Rekorde von 2010 bis Anfang 2014 verliefen dagegen anders und sprechen gegen die Regel: Nach jedem von ihnen kam das Hoch des Preises erst fünf bis zwanzig Wochen später. Und selbst 2014 und 2017 hätte ein Leser des Berichts nicht am Hoch verkaufen können, weil der Bericht die Positionen vom Dienstag erst am Freitag zeigt und beide Hochs vor diesem Freitag lagen.
Angenommen, du hättest den Bericht an jenem Freitag im Februar 2018 gelesen: Hättest du verkauft?
Die andere Seite der Wette
Jeder Terminkontrakt hat einen Käufer und einen Verkäufer, auch jeder Kontrakt der Rekordwette auf steigende Preise.
Die Vorstellung, eine so große Wette bedeute, dass schon alle gekauft haben, übersieht, wie der Bericht aufgebaut ist. Jeder Terminkontrakt hat einen Käufer und einen Verkäufer. Deshalb ergeben die Nettowetten aller Gruppen zusammen null, und so war es in diesem Markt in jedem Wochenbericht seit 1986.
Neben den Spekulanten kennt der Bericht zwei weitere Gruppen. Die Kommerziellen, wie der Bericht sie nennt (commercial), sind Unternehmen, deren Geschäft das Öl selbst ist, etwa Produzenten und Händler, oder die mit Kunden private Preisvereinbarungen schließen. Sie nutzen Futures vor allem, um das Preisrisiko dieses Geschäfts auszugleichen; das nennt man Absicherung (Hedging). Kleine Marktteilnehmer sind diejenigen, deren Positionen unter der Meldeschwelle der CFTC liegen.
Eine Nettowette auf fallende Preise bedeutet, dass eine Gruppe mehr Wetten auf fallende als auf steigende Preise eingegangen ist. Am 30. Januar 2018, eine Woche vor dem Rekord, war die Nettowette der Kommerziellen auf fallende Preise genau so groß wie das, was Spekulanten und kleine Marktteilnehmer zusammen netto auf steigende Preise gesetzt hatten. Die Grafik zeigt diese Woche, weil die Wette der Kommerziellen auf fallende Preise damals die größte seit 1986 war. Wegen der Nullsumme galt dasselbe für die Gegenseite, also für die Wetten der Spekulanten und der kleinen Marktteilnehmer zusammen.
Die Nettowetten der drei Gruppen ergeben jede Woche zusammen genau null.
Beginne bei null und addiere nacheinander die Nettowette jeder Gruppe, zwei Schritte nach oben und einen nach unten. Die Kette endet genau auf der Nulllinie.
Der Rekord zeigte also nicht, dass dem Markt die Käufer ausgegangen waren, denn jeden Kontrakt, mit dem die Spekulanten auf steigende Preise setzten, hatte jemand verkauft, netto gerechnet die Kommerziellen.
Öl, Februar bis Oktober 2018
2018 stieg der Ölpreis nach der Rekordwette noch 34 Wochen lang.
Im Februar 2018 sagte die Regel also: verkaufen, und am Tag des Rekords schloss der Ölpreis bei 63,39 Dollar. Danach stieg er noch 34 Wochen lang, bis zum 3. Oktober, als er mit 76,41 Dollar den höchsten Schlusskurs des Jahres erreichte. Gemeint sind die Schlusskurse des Frontmonatskontrakts, also des Öl-Futures mit der nächsten Fälligkeit; das ist der Preis, der üblicherweise als Ölpreis angegeben wird. Wer auf die Nachricht vom Rekord hin verkaufte, musste deshalb zusehen, wie der Preis noch monatelang weiterstieg.
Nach Angaben der Energy Information Administration (EIA), der Energiestatistikbehörde der US-Regierung, stieg der Preis auf Nachrichten über Angebot und Nachfrage hin, und Nachrichten dieser Art stehen in keinem Positionsbericht. Im Oktober schrieb die EIA, WTI habe am 3. Oktober ein Vierjahreshoch erreicht, weil der Markt möglicherweise deutliche Rückgänge der iranischen Förderung und Exporte erwartet habe, sobald die amerikanischen Sanktionen im November wieder in Kraft träten.
Nach der Rekordwette vom Februar 2018 stieg der Ölpreis bis Oktober weiter.
2017Jan.
2018Apr.JuliOkt.Jan.
2019
Wette: 739.097 Kontrakte am 6. Feb. 2018, der Rekord
Abstand Rekord–Preishoch: 34 Wochen
Preis: $76,41 am 3. Okt. 2018, höchster Schlusskurs des Jahres
Wette: 548.909 Kontrakte am 2. Okt. 2018, um ein Viertel unter dem Rekord
Preis: der Rückgang, 3. Okt. – 24. Dez.
Wette: schrumpft weiter, 2. Okt. – 8. Jan.
Preis: $42,53 am 24. Dez. 2018
Wette: 277.211 Kontrakte am 8. Jan. 2019, um mehr als drei Fünftel unter dem Rekord
Verspätete Berichte: Der graue Balken markiert Wochen, deren Berichte wegen eines Shutdowns der US-Regierung verspätet erschienen, zwischen dem 1. Feb. und dem 5. März 2019 (Zeitplan der CFTC).
Links und rechts gelten getrennte Skalen. Dass sich beide Spalten in denselben Wochen bewegen, zeigt nicht, dass die eine die andere verursacht hat.
Jede Zeile der Grafik ist ein Wochenbericht: links die Nettowette der Spekulanten, ab null gezeichnet, rechts die Spanne der Schlusskurse dieser Woche. Der Punkt markiert den Rekord vom 6. Februar. Die Klammer, die in seiner Zeile beginnt, reicht hinunter bis zur Zeile vom 2. Oktober, der Woche, in der der Preis sein Hoch erreichte. In den Zeilen dazwischen stieg der Preis weiter, wenn auch mit Rückschlägen.
Oktober 2018: die Wette vor dem Hoch
Als der Ölpreis im Oktober 2018 sein Hoch erreichte, war die Nettowette der Spekulanten schon um ein Viertel kleiner als beim Rekord.
Schau in der Grafik auf die Zeile vom 2. Oktober: In der Woche des Preishochs lag die Nettowette der Spekulanten schon um ein Viertel unter dem Rekord. Die größte Wette und der höchste Preis fielen also in verschiedene Wochen, und in den Zeilen dazwischen schrumpfte die Wette, während der Preis stieg.
Der Rekord markierte demnach den Höhepunkt der Wette im Februar, während der Preis seinen Höhepunkt erst am Ende des Anstiegs erreichte, den die Grafik zeigt. Wer beim Rekord verkauft hätte, hätte damit vor dem ganzen Anstieg verkauft, der danach noch kam.
Den Zeitpunkt dieser Wende konnte der Rekord aus drei Gründen nicht anzeigen.
Erstens bewegte sich der Preis, wie die Berichte der EIA zeigten, auf Nachrichten hin, die in einem Positionsbericht nicht stehen.
Zweitens neigen die Positionen dazu, dem Preis zu folgen. Dieselbe Studie von 2004 kam für die Jahre, die sie untersuchte, zu dem Ergebnis, dass die Positionen der Spekulanten den Preisen im Allgemeinen nicht vorausliefen. Eine Studie von Mitarbeitern der CFTC mit Tagesdaten von 2000 bis 2009 fand wenig Belege dafür, dass sie es taten. Ein Rekord kann also nicht sagen, wann ein Anstieg endet, denn die Positionen, die er zählt, laufen dem Preis eher nach, als ihm vorauszugehen.
Drittens zwingt nichts die Spekulanten, zu einem bestimmten Termin zu verkaufen, denn ein Marktteilnehmer kann jeden auslaufenden Kontrakt durch dieselbe Wette in einem späteren Monat ersetzen; man nennt das Rollen. Geschlossen wird eine Position durch das Gegengeschäft, es sei denn, sie wird bis zur Lieferung gehalten. Spekulanten, die aus einer Nettowette auf steigende Preise aussteigen wollen, müssen also Kontrakte verkaufen, und die Größe ihrer Wette ist die Menge, die sie verkaufen müssten. Weil sie aber kein Datum zum Verkauf zwingt, sagt der Rekord, wie viel verkauft werden könnte, nie aber, wann.
Der Rekord maß die Größe der Wette der Spekulanten: Ihre Wetten auf steigende Preise übertrafen ihre Wetten auf fallende um rund 739.000 Kontrakte, und auszusteigen hieß, so viele zu verkaufen. Wann sie das tun würden – und ob überhaupt –, darüber sagte er nichts.
Warum die Wette 2018 schrumpfte, während der Preis noch stieg, zeigt der Bericht nicht, und keine Quelle, die wir gefunden haben, erklärt es.
Oktober 2018 bis Januar 2019: der Rückgang
Nach dem Ölpreishoch im Oktober 2018 schrumpfte die Nettowette der Spekulanten weiter, bis sie im Januar 2019 um mehr als drei Fünftel unter dem Rekord lag.
In der Grafik zeigen die beiden Klammern, wie der Preis von seinem Hoch am 3. Oktober auf sein Tief am 24. Dezember fiel, während die Wette weiter schrumpfte. Am 8. Januar 2019 lag die Wette um mehr als drei Fünftel unter dem Rekord.
Den Rückgang nach diesem Hoch erklärte die EIA in zwei Schritten. In ihrem Ausblick vom November schrieb sie, die Unsicherheit darüber, wie viel iranisches Öl vom Markt verschwinden würde, habe die Preise Anfang Oktober hoch gehalten. Später im Monat hätten Anzeichen einer weltweiten Konjunkturabschwächung und ein größeres Angebot als erwartet zu raschen Preisrückgängen beigetragen, während es an den Finanzmärkten zu Ausverkäufen bei Aktien und Rohstoffen gekommen sei. In ihrem Jahresrückblick nannte die EIA zusätzlich die Ausnahmegenehmigungen, die gewährt wurden, als die im Mai angekündigten US-Sanktionen gegen den Iran im November in Kraft traten, einen Monat nach dem Hoch. Diese Quellen erklären den Rückgang, aber keine sagt, warum das Hoch am 3. Oktober kam und nicht an einem anderen Tag.
US-Staatsanleihen, 2024
Ende 2024 folgten auf eine Rekordwette gegen Futures auf US-Staatsanleihen noch fünfzehn Wochen, in denen die Renditen stiegen.
War 2018 ein Sonderfall des Ölmarkts? Nein, denn sechs Jahre später zeigte sich bei amerikanischen Staatsanleihen bis zur Wende dasselbe Muster: eine Rekordwette, die schrumpfte, während sich der Kurs weiter in die Richtung bewegte, auf die sie setzte. Eine Treasury Note ist ein Schuldtitel des US-Staates, der bis zu zehn Jahre lang einen festen Zins zahlt, und der Future auf die zehnjährige Treasury Note ist ein Terminkontrakt auf solche Papiere. Die Rendite dieser Papiere bewegt sich gegenläufig zu ihrem Kurs; eine Wette auf fallende Kurse der Note-Futures gewinnt deshalb, wenn die Renditen steigen. Am 1. Oktober 2024 wetteten die Spekulanten netto mit 1.143.889 Kontrakten auf fallende Kurse dieser Futures; das war die größte Nettowette dieser Art seit 1986. Ein Teil dieser Wette könnte aus Geschäften bestanden haben, die nicht von der Richtung der Renditen abhängen. Die Renditen stiegen noch fünfzehn Wochen weiter, der Rekord markierte also keine Wende: Die Rendite zehnjähriger US-Staatsanleihen stieg von 3,74 % an jenem Tag auf 4,79 % am 13. Januar 2025. Im Bericht vom 14. Januar, dem ersten nach dem Renditehoch, war die Wette nur noch etwa halb so groß wie beim Rekord. Wie beim Öl war die Wette also schon geschrumpft, als die Renditen aufhörten zu steigen. Nach dem Renditehoch wuchs die Wette gegen die Notes eine Zeit lang wieder; beim Öl dagegen schrumpfte die Wette nach der Wende weiter.
Nach der Rekordwette gegen Anleihe-Futures stiegen die Renditen bis in den Januar weiter.
2024Aug.Sept.Okt.Nov.Dez.Jan.
2025Feb.März
Rendite: 3,74 % am 1. Okt. 2024
Wette: 1.143.889 Kontrakte am 1. Okt. 2024, der Rekord
Abstand Rekord–Renditehoch: 15 Wochen
Rendite: 4,79 % am 13. Jan. 2025
Wette: 567.935 Kontrakte am 14. Jan. 2025, etwa halb so groß wie der Rekord
Links und rechts gelten getrennte Skalen. Dass sich beide Spalten in denselben Wochen bewegen, zeigt nicht, dass die eine die andere verursacht hat. Die beiden Renditemarken sind die Tagesrenditen an den genannten Tagen; jede ist zugleich das Tief oder das Hoch des Wochenbalkens, in dem sie steht.
Was der Rekord misst
Ein Rekord der Nettowette zeigt, wie groß die Wette der Spekulanten geworden ist, aber nicht, wann der Preis dreht.
Zurück zur Eingangsfrage: Hättest du an jenem Freitag im Februar 2018 auf den Bericht hin verkauft, wären dir rund acht weitere Monate steigender Preise entgangen. Was der Bericht an diesem Freitag tatsächlich zeigte, war die Größe der Wette, und in den folgenden Monaten schrumpfte diese Wette, vor dem Preishoch ebenso wie danach. Für eine Regel darüber, wie oft Rekorde in der Nähe von Wendepunkten liegen, reichen die wenigen Rekorde in diesem Essay nicht aus.
Quellen und Methode
Alle Positionen stammen aus dem wöchentlichen Commitments-of-Traders-Bericht der Commodity Futures Trading Commission; wir haben sie in Rohform aus dem öffentlichen Datendienst der CFTC gelesen und mit ihren Jahresarchivdateien abgeglichen. Die Ölpreise sind die täglichen Schlusskurse des NYMEX-Frontmonatskontrakts für Rohöl nach Angaben der EIA; die zehnjährige Rendite ist die Tagesreihe DGS10 aus FRED, der Datenbank der Federal Reserve Bank of St. Louis. Die Gründe für jede Bewegung stammen von der EIA, der Federal Reserve und aus den unten genannten Studien; sie sind zitiert oder sinngemäß wiedergegeben, und wo eine Quelle sich vorsichtig ausdrückt (etwa mit „wahrscheinlich“), behält der Text diese Vorsicht bei. Alle Zahlen wurden am 2. und 3. Oktober 2026 geprüft; geschätzt ist nichts, außer wo es ausdrücklich dasteht.
- Der Bericht.
Die CFTC veröffentlicht jeden Freitag um 15:30 Uhr Ostküstenzeit die Positionen vom Dienstag (in einer Feiertagswoche vom Montag), und zwar für Märkte, in denen mindestens 20 Marktteilnehmer Positionen in Höhe der Meldeschwellen oder darüber halten. Den Bericht gibt es seit 1962, anfangs erschien er monatlich; die Futures-Reihe, die die CFTC online veröffentlicht, beginnt 1986. Ein neuer Höchststand ist eine Woche, deren Nettowette größer ist als in jeder früheren Woche; der Rekord ist der letzte neue Höchststand, bevor die Wette keine neuen mehr erreicht, wobei eine Lücke von bis zu acht Wochen zwischen zwei Höchstständen noch als dieselbe Serie gilt.
Dieser Essay verwendet den älteren Bericht mit drei Gruppen (Legacy, nur Futures; die Gruppen „nicht kommerziell“, „kommerziell“ und „nicht meldepflichtig“) ab 1986 und für die Aufteilung der Kommerziellen den aufgeschlüsselten Bericht (Disaggregated, nur Futures), der seit dem 4. September 2009 erscheint und Daten ab Juni 2006 enthält. Nicht meldepflichtige Positionen, in diesem Essay die der kleinen Marktteilnehmer, sind der Rest des Open Interest (offene Kontrakte), wenn man die meldepflichtigen Positionen abzieht; Zahl und Einstufung dieser Marktteilnehmer sind deshalb unbekannt.
Die Nettowette der Nichtkommerziellen im Legacy-Bericht ist gleich der Summe der Nettowetten zweier Gruppen des aufgeschlüsselten Berichts, „Managed Money“ (Vermögensverwalter und Fonds) und „Other Reportables“ (übrige meldepflichtige Marktteilnehmer); am 30. Januar 2018 waren das 482.780 + 251.778 = 734.558. Etwa ein Drittel dessen, was dieser Essay Spekulanten nennt, sind also keine Managed-Money-Fonds. Pressezahlen nennen oft nur die Gruppe Managed Money, und zwar Futures und Optionen zusammengezählt, manchmal auch über beide WTI-Kontrakte (NYMEX und ICE Futures Europe); am 30. Januar 2018 lag diese Größe bei 531.235, und deshalb weicht sie von den Zahlen hier ab.
In der Woche des Rekords waren in diesem Markt 411 Marktteilnehmer meldepflichtig, von denen 184 nichtkommerzielle Long-Positionen (Positionen auf der Käuferseite) hielten; da ein Marktteilnehmer in jeder Kategorie gezählt wird, in der er eine Position hält, werden diese Zahlen nicht addiert. Die Einstufung richtet sich nach der einzelnen Einheit: Eine Organisation kann eine kommerzielle und eine getrennte nichtkommerzielle Einheit haben.
- Nettowette.
Long-Positionen (Käuferseite) minus Short-Positionen (Verkäuferseite); eine negative Nettowette heißt in dieser Methodik auch Netto-Short-Position, eine positive Netto-Long-Position; Spread-Positionen (gleich große Long- und Short-Positionen in verschiedenen Liefermonaten) zählen nicht dazu. Die drei Legacy-Nettowetten ergeben in jeder der 1.934 Wochenzeilen für WTI seit 1986 zusammen null, weil alle offenen Long-Positionen zusammen so groß sind wie alle offenen Short-Positionen; die Legacy-Nettowette der Kommerziellen ist in jeder der 1.059 Wochen seit 2006 gleich der Summe der Nettowetten von Produzenten und Händlern (Producer/Merchant) und Swap Dealern (Anbietern von Swaps; siehe „Die Aufteilung der Kommerziellen“). Der Bericht zeigt für jede Gruppe die gesamten Long- und Short-Positionen und ihre Veränderung zur Vorwoche, nicht die Geschäfte dahinter; ein Rückgang auf der Long-Seite kann eine geschlossene Position sein, ein Marktteilnehmer, der unter die Meldeschwelle fällt, oder ein Wechsel der Kategorie.
Long und Short der Nichtkommerziellen: 862.102 und 123.005 am 6. Februar 2018; 653.899 und 104.990 am 2. Oktober 2018; 498.716 und 221.505 am 8. Januar 2019. Von Februar bis Oktober sank die Long-Seite um 208.203 und die Short-Seite um 18.015; von Oktober bis Januar sank die Long-Seite um 155.183, und die Short-Seite wuchs um 116.515, das sind 42,9 % des Nettorückgangs von 271.698.
- Wochenvergleich (unsere Rechnung).
Wir haben die wöchentliche Veränderung des Frontmonats-Schlusskurses an den Berichtstagen mit der Veränderung der Nettowette der Nichtkommerziellen verglichen und dafür eine einfache Korrelation berechnet. Vom 13. Februar bis 2. Oktober 2018 (34 Wochen) betrug sie +0,63 für dieselbe Woche und +0,20 für die Folgewoche; nach 8 von 22 Wochen mit steigendem Preis wuchs die Nettowette in der Woche darauf. Während des Aufbaus, vom 20. Juni 2017 bis 6. Februar 2018, lagen die Werte bei +0,52 und +0,30, und die Nettowette wuchs nach 18 von 24 solchen Wochen. Von 2010 bis März 2019 lagen sie bei +0,50 und +0,27, mit 133 von 241 Wochen. Innerhalb derselben Woche wuchs die Nettowette vom 13. Februar bis 2. Oktober 2018 in 12 der 22 Wochen mit steigendem Preis und sank in allen 12 Wochen mit fallendem Preis; in 24 der 34 Wochen bewegte sie sich also in dieselbe Richtung wie der Preis. Ein Signifikanztest wurde nicht durchgeführt, die wöchentlichen Preisänderungen enthalten Sprünge beim Kontraktwechsel, und nichts davon belegt eine Ursache oder prüft die zitierten Studien.
- Was „Rekord“ bedeutet.
Ein neuer Höchststand ist eine Woche, deren Nettowette größer (bei einer Wette auf fallende Preise: negativer) war als in jeder früheren Woche seit 1986, gezählt in Kontrakten; der Rekord ist der letzte neue Höchststand einer Serie. Die Serie, die mit dem Rekord vom 6. Februar 2018 endete, begann am 14. November 2017 und umfasste zehn neue Höchststände. Der 6. Februar 2018 ist zugleich der größte Wert der gesamten Reihe bis zum Bericht vom 22. September 2026, und dasselbe gilt für die Netto-Short-Position bei den Anleihen vom 1. Oktober 2024. Das Open Interest, also alle offenen Kontrakte, wuchs bei WTI von 74.334 im Januar 1986 auf 2.589.270 am 6. Februar 2018, auf mehr als das Dreißigfache. Gemessen am Open Interest lag der Rekord vom 6. Februar bei 28,5 %, dem dritthöchsten Wert aller Wochen; den höchsten Anteil gab es mit 29,4 % am 20. März 2018, den zweithöchsten mit 28,6 % am 27. Februar. Bei der zehnjährigen Treasury Note wuchs das Open Interest bis zum 1. Oktober 2024 von 75.839 auf 4.969.440; die Rekord-Netto-Short-Position dieses Tages entsprach 23,0 % des Open Interest, dem negativsten Anteil seit Februar 1987, als eine Netto-Short-Position von 14.985 Kontrakten 25,5 % eines viel kleineren Marktes ausmachte.
- Preisreihe.
Der Essay verwendet den NYMEX-Frontmonats-Schlusskurs (EIA-Reihe RCLC1), den üblichen Referenzpreis des Marktes; die Positionen selbst sind die Summe aller Liefermonate, von denen viele später liegen als der Frontmonat. Die Frontmonatsreihe wechselt bei jedem Verfall zum nächsten Kontrakt und kann deshalb am Tag des Wechsels springen; die Prozentangaben beschreiben Veränderungen des Preisniveaus, nicht die Rendite einer gehaltenen Position. Die Daten der Hochs von 2014 und 2017 bestätigt die Spotpreisreihe; die Endpunkte von 2018 liegen nicht in der Nähe eines Verfalls (der Novemberkontrakt verfiel am 22. Oktober 2018, der Januarkontrakt am 19. Dezember 2018). Der 20. Juni 2014 war der Verfallstag des Julikontrakts, und 107,26 Dollar war deshalb dessen letzter Schlusskurs (der Augustkontrakt schloss an diesem Tag bei 106,83 Dollar); der 21. Februar 2017 war der Verfallstag des Märzkontrakts, und das Hoch zwei Tage später liegt bereits auf dem Aprilkontrakt, weshalb der Essay das Datum dieses Hochs nennt, aber keinen prozentualen Anstieg. Auf der Spotreihe (EIA, Cushing WTI) lag das Hoch von 2018 bei 77,41 Dollar am 27. Juni, 20 Wochen nach dem Rekord, und die beiden Reihen lagen an diesem Tag um mehr als 4 Dollar auseinander (77,41 gegen 72,76 Dollar); der Essay verwendet durchgehend eine Reihe und mischt die beiden in keiner Aussage. Das Tief der Frontmonatsreihe von 2017 lag am 21. Juni 2017 bei 42,53 Dollar, auf demselben Niveau wie ihr Tief vom 24. Dezember 2018. Die Frontmonatsreihe endet am 5. April 2024; dieser Essay enthält deshalb keine laufend aktualisierten Öldaten.
- Wie der Abstand gemessen wird.
Ein neuer Höchststand ist eine Woche, in der die Nettowette größer war als in jeder früheren Woche seit 1986; eine Serie ist eine Folge neuer Höchststände, die höchstens acht Wochen auseinanderliegen; der Rekord ist der letzte neue Höchststand einer Serie, also der letzte, bevor die Wette keine neuen mehr erreicht. Der Abstand reicht von dieser Woche bis zum höchsten Frontmonats-Schlusskurs, den der Preis erreichte, bevor er das nächste Mal um mehr als ein Fünftel von diesem Hoch fiel. Die Tabelle umfasst jede Serie seit 2010; frühere Serien, darunter die, die 2005, 2006 und 2007 endeten, gehören nicht dazu.
Serie endet Nettowette Schlusskurs an diesem Tag Preishoch Abstand Anstieg bis zum Hoch Der folgende Rückgang 12. Jan. 2010 135.669 $80,79 6. Apr. 2010 · $86,84 12,0 Wochen +7,5 % −21,7 % (bis 20. Mai 2010) 7. Dez. 2010 176.557 $88,69 29. Apr. 2011 · $113,93 20,4 Wochen +28,5 % −33,6 % (bis 4. Okt. 2011) 8. März 2011 275.582 $105,02 29. Apr. 2011 · $113,93 7,4 Wochen +8,5 % derselbe Rückgang 30. Juli 2013 362.941 $103,08 6. Sept. 2013 · $110,53 5,4 Wochen +7,2 % ein Rückgang um ein Fünftel erst am 8. Okt. 2014 4. März 2014 425.818 $103,33 20. Juni 2014 · $107,26 15,4 Wochen* +3,8 % −58,6 % (bis 28. Jan. 2015) 24. Juni 2014 458.969 $106,03 25. Juni 2014 · $106,50 (vorwärts gemessen); Jahreshoch am 20. Juni · $107,26 +1 Tag (−4 Tage zum Jahreshoch) +0,4 % derselbe Rückgang 21. Feb. 2017 556.607 $54,06 23. Feb. 2017 · $54,45 +2 Tage (nicht angegeben, siehe Preisreihe) −21,9 % (bis 21. Juni 2017) 6. Feb. 2018 739.097 $63,39 3. Okt. 2018 · $76,41 34,1 Wochen +20,5 % −44,3 % (bis 24. Dez. 2018) * 14,4 Wochen (13. Juni 2014 · $106,91), wenn die Reihe einen Tag vor dem Verfall den Kontrakt wechselt. Die acht Serien gehören zu fünf verschiedenen Rückgängen (2010, 2011, 2014–2015, 2017, 2018). Der Rückgang von 2017 liegt an der Schwelle: Mit einer Schwelle von einem Viertel statt einem Fünftel zählte er nicht. Zwischen dem Rekord von 2018 und dem Hoch im Oktober betrug der größte Rückschlag −12,3 % (15. August 2018). Die Rekorde von 2014 und 2017 wären regulär am 27. Juni 2014 und am 24. Februar 2017 veröffentlicht worden, beide Male nach dem Preishoch.
- Die Rekorde von 2014 und 2017.
Der Rekord vom 24. Juni 2014 kam vier Tage nach dem höchsten Schlusskurs des Jahres am 20. Juni, der in die Woche vor dem Rekord fiel; nach dem Rekord hielt sich der Preis noch einen Tag nahe diesem Niveau (25. Juni, 106,50 Dollar). Danach fiel er um drei Viertel, bis zu seinem Tief im Februar 2016. Als Grund nannte die EIA, dass „die kräftige weltweite Förderung die Nachfrage überstieg“; ein großer Teil des zusätzlichen Öls kam dabei aus Nordamerika. Der Rekord vom 21. Februar 2017 kam zwei Tage vor dem Preishoch vom 23. Februar (54,45 Dollar); bis zum 21. Juni war der Preis um mehr als ein Fünftel gefallen. Nach Angaben der EIA fielen die Preise Anfang März, weil die amerikanischen Rohölvorräte auf den höchsten Stand seit Jahrzehnten stiegen und die US-Förderung zunahm, und im Juni fielen sie erneut nach Meldungen über einen starken Lageraufbau. Auf einen der fünf früheren Rekorde, den vom 7. Dezember 2010, folgten noch 20 Wochen steigender Preise, bis zu einem Hoch am 29. April 2011.
- Die Aufteilung der Kommerziellen.
Der aufgeschlüsselte Bericht teilt die Legacy-Kommerziellen in zwei Gruppen. Die eine sind Produzenten und Händler (Producer/Merchant), also Unternehmen, die physisches Öl erzeugen, verarbeiten oder physisch damit umgehen und Futures nutzen, um die Risiken dieses Geschäfts abzusichern. Die andere sind Swap Dealer. Ein Swap ist eine private Vereinbarung mit einem Kunden, die einen Preis für einen späteren Termin festlegt; Swap Dealer schließen vor allem solche Vereinbarungen ab und nutzen Futures, um das Risiko abzusichern, das ihnen daraus bleibt. Ihre Kunden können nach den Worten der CFTC „spekulative Marktteilnehmer wie Hedgefonds oder traditionelle kommerzielle Kunden“ sein.
Die Nettowette einer Gruppe sind ihre Wetten auf steigende Preise minus ihre Wetten auf fallende Preise; sie zeigt also, in welcher Richtung die Gruppe als Ganzes gewinnen oder verlieren konnte, und deshalb verwendet der Essay sie. Von allen Wetten der Kommerziellen auf fallende Preise, vor diesem Abzug gezählt, entfiel etwa ein Drittel auf Produzenten und Händler; den meisten davon standen jedoch Wetten auf steigende Preise innerhalb derselben Gruppe gegenüber, und deshalb erscheinen sie nicht in ihrer Nettowette.
Wie ein Swap Dealer zu einer Wette auf fallende Preise kommt, zeigt ein Kundentyp, den die Definition der CFTC beschreibt: ein Ölproduzent, der den Preis für Öl festlegen will, das er erst später fördern wird. Mit ihm schließt der Dealer einen Swap, bei dem er dem Produzenten zahlt, wenn der Preis fällt. Dieses Risiko kann der Dealer ausgleichen, indem er Futures verkauft. Diese Logik ist eine bedingte Lesart der CFTC-Definition: Falls die Dealer ihre Swaps mit Futures absicherten, stand ihrer Netto-Short-Position ein Swap-Buch gegenüber, das bei einem Anstieg gewinnt, und ihre Kunden standen auf der Seite, die bei einem Rückgang gewinnt oder gegen ihn geschützt ist. Der Bericht zeigt weder die Kunden noch, wie vollständig die Dealer absicherten, noch, ob sie sich auch anderswo absicherten.
Am 30. Januar 2018 betrug die Nettowette der Swap Dealer −680.564, die der Produzenten und Händler −84.233, zusammen −764.797; die Swap Dealer hielten also 88,99 % der kommerziellen Netto-Short-Position. Von der Brutto-Short-Position der Kommerziellen (1.491.842, einschließlich 165.110 Spread-Positionen der Swap Dealer) hielten die Swap Dealer 68,2 % und die Produzenten und Händler 31,8 %; die Produzenten und Händler hatten 473.963 Short- und 389.730 Long-Positionen. Als Linie über die Zeit ist dieser Anteil nicht gezeichnet, weil er nur sinnvoll ist, wenn beide Nettowetten dasselbe Vorzeichen haben: Von 2006 bis 2009 waren die Swap Dealer jede Woche netto long, und in späteren Jahren reichte der wöchentliche Anteil von unter null bis über 100 %. Am 11. Oktober 2016 lag er bei 27 %, als die Brutto-Short-Position der Produzenten (540.757) so groß war wie seit 2007 nicht mehr; diese Woche fällt in die Jahre 2015 und 2016, in denen der Anteil im Vergleich zu 2013–2014 und 2017–2018 ungewöhnlich niedrig war, und sie ist deshalb nicht der Anfang eines Trends hin zu 2018.
- Anleihe-Futures und Renditen.
Der Future auf die zehnjährige Treasury Note wird an der Chicago Board of Trade gehandelt, in Kontrakten mit 100.000 Dollar Nennwert. Die Rekord-Netto-Short-Position vom 1. Oktober 2024 entsprach 23,0 % des Open Interest, dem negativsten Anteil seit Februar 1987 (siehe „Was ‚Rekord‘ bedeutet“). Die langfristigen Renditen stiegen nach der Dezembersitzung des Offenmarktausschusses der Federal Reserve (FOMC) und einem „unerwartet starken“ Arbeitsmarktbericht für Dezember kräftig, und die zehnjährige Rendite gab wieder nach, nachdem am 15. Januar 2025 die Verbraucherpreise für Dezember veröffentlicht worden waren.
Ein Teil der Verkäuferseite bei den Note-Futures gehört zum Basis-Trade, bei dem ein Fonds eine Note mit geliehenem Geld kauft und einen Future darauf verkauft; er verdient an der Lücke zwischen den beiden Preisen, nicht an der Richtung der Renditen. Mitarbeiter der Federal Reserve halten fest, dass solche Short-Positionen „aus verschiedenen Gründen“ gehalten werden können, „darunter Richtungswetten oder andere Relative-Value-Geschäfte zusätzlich zu Basis-Trades“, und wie viel des Rekords von 2024 ein Basis-Trade war, können die Daten nicht zeigen; der Essay sagt deshalb nicht, ob diese Verkäufer vom Anstieg der Renditen profitierten.
Nach dem Renditehoch vom 13. Januar wuchs die Netto-Short-Position wieder, auf 881.374 Kontrakte am 18. März, während die Rendite bis zum 3. März auf 4,16 % fiel. Bei den Anleihen wiederholte sich also nur der erste Teil des Verlaufs beim Öl. Das Protokoll des Offenmarktausschusses hält fest, dass die Renditen wegen „stärker als erwartet ausgefallener Daten“ stiegen und wegen Äußerungen, die als Signal für „ein langsameres Tempo der geldpolitischen Lockerung“ verstanden wurden, also für langsamere Zinssenkungen.
Der Kurs des Futures auf die zehnjährige Treasury Note folgt den Notes, die in ihn geliefert werden können, und nicht eins zu eins der zehnjährigen Rendite; die Rendite (DGS10) dient deshalb nur dazu, die Richtung zu zeigen. Der Kontrakt bezieht sich auf die Standard-Note mit zehn Jahren Laufzeit (CFTC-Code 043602); die Ultra 10-Year Note ist ein eigener Kontrakt (043607) und nicht enthalten. Für Finanz-Futures veröffentlicht die CFTC zusätzlich einen ausführlicheren Bericht (Traders in Financial Futures), den Studien der Federal Reserve verwenden; seine Gruppe „Leveraged Funds“ entspricht nicht eins zu eins der Legacy-Gruppe „nicht kommerziell“.
Die zitierten Aussagen der Federal Reserve beziehen sich auf Zeiträume, die Mitte September 2024 beginnen, nicht am 1. Oktober. Der Arbeitsmarktbericht für Dezember erschien am 10. Januar 2025, der Verbraucherpreisindex für Dezember am 15. Januar 2025; auf unserer Renditereihe erreichte die zehnjährige Rendite am 13. Januar ihr Hoch von 4,79 % und ging am 15. Januar von 4,78 % auf 4,66 % zurück. Die Netto-Short-Position lag im Bericht vom 7. Januar 2025, in dessen Woche das Renditehoch fällt, bei 672.446 Kontrakten (58,8 % des Rekords) und im Bericht vom 14. Januar bei 567.935 (49,6 %).
- Verspätete Berichte.
Wer die Berichte damals verfolgte, sah den letzten Teil des Rückgangs der Wette von 2018 erst später: Während eines Shutdowns der US-Regierung erschienen ab Ende Dezember keine Berichte, und das Januartief der Wette wurde erst im Februar bekannt, etwa einen Monat verspätet; Grafik 2 markiert die verspäteten Berichte mit einem grauen Balken. Der am 21. Dezember 2018 veröffentlichte Bericht war der letzte vor dem Shutdown. Danach veröffentlichte die CFTC die verspäteten Berichte der Reihe nach, beginnend am 1. Februar 2019 mit dem Bericht für Montag, den 24. Dezember 2018, und kehrte mit dem am 8. März 2019 veröffentlichten Bericht zu ihrem normalen Zeitplan zurück. Der Bericht für den 8. Januar 2019 erschien zwischen dem 8. und dem 12. Februar. Die Berichte für den 24. und den 31. Dezember 2018 beschreiben Positionen vom Montag, weil Weihnachten und Neujahr auf einen Dienstag fielen. Veröffentlichungsdaten, die nicht aus dem angekündigten Zeitplan der CFTC stammen, haben wir Zeitstempeln von Dateien entnommen; sie sind eine Obergrenze.
- Studien zur zeitlichen Abfolge.
Sanders, Boris und Manfredo (2004) verwendeten wöchentliche Positionsdaten der CFTC für Rohöl, Benzin, Heizöl und Erdgas; Büyükşahin und Harris verwendeten nicht öffentliche Tagesdaten der CFTC von Juli 2000 bis März 2009 (Arbeitspapier der CFTC). Beide sind für die Jahre zitiert, die sie abdecken, und kein Beleg für 2018.
- Der Anstieg 2018.
Die EIA schrieb meist über Rohöl allgemein oder über Brent, die internationale Referenzsorte; ihre Gründe beschreiben deshalb die Ölpreise im Allgemeinen, nicht WTI allein. Im Mai 2018 schrieb sie, die Preise seien „wahrscheinlich nach oben getrieben worden“, und zwar durch „sinkende weltweite Ölvorräte, eine geschärfte Wahrnehmung geopolitischer Risiken am Markt und Signale eines kräftigen Wachstums der Weltwirtschaft“. Ihr Ausblick vom Oktober nannte auch WTI ausdrücklich (im Text zitiert).
- Der Rückgang 2018.
Neben den Gründen im Text nannte der Jahresrückblick der EIA eine Förderung in den USA, in Russland und in Saudi-Arabien auf oder nahe Rekordniveau. Der Preis fiel von seinem Hoch am 3. Oktober bis zu seinem Tief am 24. Dezember um 44,3 % (Frontmonats-Schlusskurs).
- Gleichzeitig, nicht ursächlich.
Die Grafiken zeigen Positionen und Preise in denselben Wochen. Nichts in den Daten zeigt, dass die schrumpfende Wette den Preisrückgang verursacht oder verstärkt hat.
- Revisionen.
Die CFTC kann zurückliegende Zeilen korrigieren; eine wöchentliche Veränderung, die 2018 in der Presse mit 18.365 Kontrakten angegeben wurde, steht in den heutigen Daten mit 18.367.
Was wir weggelassen haben, und warum
- Gold. Der Fall von 2018 war kein Rekord, denn die Netto-Short-Position vom Oktober 2018 war die negativste seit 2001, nicht seit 1986; für 2020 haben wir zwar Positionen, aber keine geprüfte Preisreihe, und deshalb bekommt Gold keinen eigenen Abschnitt.
- Der COT-Index, also die Lage einer Position zwischen ihrem eigenen Hoch und Tief über ein gewähltes Zeitfenster, ist unsere Formel und keine Kennzahl der CFTC, und das Argument braucht ihn nicht.
- Warum die Nettowette der Spekulanten zwischen Februar und Oktober 2018 sank, während der Preis stieg, wissen wir nicht: Für 2018 haben wir keine Quelle gefunden, und die Ausblicke der EIA erwähnen Fondspositionen nur im Mai 2018, als diese noch wuchsen.
- Warum der Preis am 3. Oktober 2018 drehte und nicht an einem anderen Tag, erklärt keine Quelle: Die EIA erklärt den Rückgang im Oktober, nicht seinen ersten Tag.
- Wie viel des Anleiherekords von 2024 ein Basis-Trade war, können die Daten nicht trennen.
- Eine allgemeine Regel, dass sich Wendepunkte in der Nähe von Rekorden häufen, stellen wir nicht auf, weil acht Serien beim Öl und eine bei den Anleihen dafür nicht reichen.
- Die in der Presse genannten Zahlen zu Managed Money und zu Futures und Optionen zusammen lassen wir weg, weil sie eine andere Gruppe in einem anderen Bericht messen (siehe „Der Bericht“).
Quellen
- U.S. Commodity Futures Trading Commission. Public Reporting Environment: Legacy Futures-Only (6dca-aqww), Disaggregated Futures-Only (72hh-3qpy), Disaggregated Futures-and-Options Combined (kh3c-gbw2); Codes 067651, 067411, 043602. publicreporting.cftc.gov (Legacy) · publicreporting.cftc.gov (Disaggregated Combined)
- U.S. Commodity Futures Trading Commission. Jahresdateien „Historical Compressed“ für 2018.
- U.S. Commodity Futures Trading Commission. About the COT Reports; Explanatory Notes; Disaggregated Explanatory Notes; Traders in Financial Futures — Explanatory Notes; Glossary (Offset, Roll-Over, Net Position). cftc.gov
- U.S. Commodity Futures Trading Commission. COT Historical Special Announcements (21. und 22. Dez. 2018; 30. Jan. 2019) und Pressemitteilung 7864-19 (29. Jan. 2019). cftc.gov
- U.S. Energy Information Administration. Reihen RCLC1, RCLC2 und RWTC; Futures Prices — Definitions. eia.gov (RCLC1) · eia.gov (RWTC)
- U.S. Energy Information Administration. Today in Energy 19451 (6. Jan. 2015), 28472 (24. Okt. 2016), 31952 (7. Juli 2017), 32032 (13. Juli 2017), 36152 (10. Mai 2018), 37832 (2. Jan. 2019), 37852 (3. Jan. 2019).
- U.S. Energy Information Administration. Short-Term Energy Outlook, April 2017, Oktober 2018 und November 2018.
- Federal Reserve Bank of St. Louis. FRED DGS10. fred.stlouisfed.org
- U.S. Bureau of Labor Statistics. The Employment Situation — December 2024 (10. Jan. 2025) und Consumer Price Index — December 2024 (15. Jan. 2025).
- Board of Governors of the Federal Reserve System. Protokolle des FOMC vom 6.–7. Nov. 2024 und vom 28.–29. Jan. 2025; Financial Stability Report, November 2024; Glicoes, Iorio, Monin und Petrasek, FEDS Notes, 8. März 2024.
- Sanders, Boris und Manfredo, Energy Economics 26(3), 2004.
- Büyükşahin und Harris, „The Role of Speculators in the Crude Oil Futures Market“, Arbeitspapier der CFTC.
Die Titel der Quellen stehen in der Originalsprache. Englische Zitate geben wir in eigener Übersetzung wieder.
So zitierst du diesen Essay
Tradiens Research. (2026). Wenn alle Spekulanten in dieselbe Richtung wetten (Version 2.0). Tradiens Data Essays. https://tradiens.com/de/essays/herds-ledger
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